Ein unscheinbarer Familienvater, ein missglückter Einbruch und eine Vergangenheit, die besser verborgen geblieben wäre: Nobody verwandelt den Alltag eines übersehenen Mannes in einen kompromisslosen Actiontrip. Bob Odenkirk spielt Hutch Mansell – und zeigt, dass man einen ruhigen Nachbarn besser nicht vorschnell unterschätzt.
Worum geht es in Nobody?
Hutch Mansell lebt mit seiner Frau Becca und den Kindern ein routiniertes Vorstadtleben. Im Job bleibt er blass, zu Hause scheinen die Gespräche eingeschlafen. Als zwei Einbrecher nachts ins Haus kommen, lässt Hutch sie entkommen. Für seinen Sohn Blake wirkt das wie Feigheit; auch zwischen Hutch und Becca wächst die Distanz.
Doch der Überfall setzt etwas in Hutch frei. Die scheinbar harmlose Entscheidung, nicht zurückzuschlagen, hat einen viel dunkleren Hintergrund: Unter der Oberfläche des unauffälligen Familienvaters liegen Fähigkeiten und Geheimnisse, die er lange unter Verschluss gehalten hat. Als seine Familie erneut in Gefahr gerät, nimmt Hutch die Sache selbst in die Hand – und gerät dabei mit dem skrupellosen Yulian Kuznetsov aneinander.
Trailer zu Nobody
Bob Odenkirk als unerwarteter Actionheld
Der Reiz des Films liegt im Kontrast zwischen Hutchs grauem Alltag und der Gewalt, die aus ihm hervorbricht. Bob Odenkirk spielt ihn zunächst zurückgenommen und beinahe unsichtbar. Gerade diese unaufgeregte Anlage macht den Umschwung wirkungsvoll: Hutch wird nicht über Nacht zum coolen Sprücheklopfer, sondern bleibt ein Mann, dessen Wut lange in sich gearbeitet hat.
Die Action setzt auf harte, körperliche Konfrontationen statt auf makellose Choreografien. Hutch steckt ein, improvisiert und wirkt dabei oft eher erschöpft als unverwundbar. Das verleiht den Kämpfen Gewicht. Gleichzeitig lockert schwarzer Humor die düstere Geschichte auf, ohne die Folgen der Eskalation ganz auszublenden.
Ein geradliniger Thriller mit dunklem Humor
Nobody erzählt keine komplizierte Geschichte. Der Film nutzt das vertraute Motiv des unterschätzten Mannes, der seine gefährliche Vergangenheit nicht länger ignorieren kann. Seine Stärke ist das Tempo: Aus einem kleinen Einbruch entwickelt sich Schritt für Schritt ein immer größerer Konflikt. Die knappe Laufzeit von 92 Minuten hält die Handlung in Bewegung.
Wer realistische Alltagsdramen erwartet, ist hier falsch. Die Zuspitzung ist bewusst überzeichnet, die Gewalt deutlich und der Tonfall wechselt zwischen Bedrohung und schwarzer Komik. Als kompakter Actionthriller funktioniert der Film besonders gut, wenn man Freude an markanten Hauptfiguren und handfest inszenierten Prügeleien hat.
Besetzung
| Rolle | Schauspieler |
|---|---|
| Hutch Mansell | Bob Odenkirk |
| Yulian Kuznetsov | Aleksey Serebryakov |
| Becca Mansell | Connie Nielsen |
| David Mansell | Christopher Lloyd |
| The Barber | Colin Salmon |
| Blake Mansell | Gage Munroe |
Filmdaten zu Nobody
- Originaltitel: Nobody
- Erscheinungsjahr: 2021
- Regie: Ilya Naishuller
- Genre: Action, Thriller
- Laufzeit: 92 Minuten
- FSK: ab 16 Jahren
- Kinostart in Deutschland: 1. Juli 2021
Unser Fazit
Nobody macht aus der Midlife-Krise eines stillen Familienvaters einen schnörkellosen Actionthriller. Bob Odenkirk trägt den Film mit einer angenehm bodenständigen Darstellung, während die handfeste Action und der trockene Humor für Abwechslung sorgen. Die Geschichte bleibt bewusst geradlinig – wer genau das sucht, bekommt einen kurzweiligen Filmabend mit ordentlich Wucht.

