„Zack Snyder’s Justice League“ ist eine 2021 veröffentlichte, über vier Stunden lange Version des DC-Superheldenfilms, die maßgeblich die ursprüngliche Vision des Regisseurs Zack Snyder widerspiegelt. Der Film unterscheidet sich nicht nur in seiner Länge – er ist fast doppelt so lang wie die Kinofassung von 2017 – sondern auch in Erzählweise, Tonalität und inhaltlichen Schwerpunkten. Er gilt als ein völlig neues Werk, das die Handlung der Justice League wesentlich komplexer und düsterer erzählt.
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HANDLUNG:
Ausgangslage der Geschichte
Die Handlung setzt nach den Ereignissen von „Batman v Superman: Dawn of Justice“ ein. Superman ist tot, getötet im Kampf gegen Doomsday. Sein Tod sendet eine Art Schockwelle durch die Welt und schwächt den Schutz der Erde, wodurch die sogenannten Mother Boxes – mächtige, außerirdische Artefakte – aktiviert werden. Diese Boxen dienen als Schlüssel für Invasionen und sind das zentrale Ziel der neuen Bedrohung.
Der Außerirdische Steppenwolf wird von seinem Meister Darkseid geschickt, um die drei Mother Boxes zu finden und auf der Erde zu vereinen. Dadurch könnte er die Erde in eine Kopie von Apokolips, Darkseids Heimatwelt, verwandeln. Schon hier wird ein klarer Unterschied zur Kinofassung sichtbar: Während Darkseid dort kaum erwähnt wird, ist er in der Snyder-Version die zentrale Figur im Hintergrund und verleiht der Handlung ein viel größeres kosmisches Gewicht.
Die Bildung der Justice League
Bruce Wayne (Batman) erkennt die drohende Gefahr und versucht, ein Team von Metawesen zusammenzustellen. Gemeinsam mit Diana Prince (Wonder Woman) sucht er nach weiteren Helden. So werden Arthur Curry (Aquaman), Barry Allen (Flash) und Victor Stone (Cyborg) eingeführt.
Im Vergleich zur Kinofassung werden insbesondere Cyborg und Flash erheblich detaillierter dargestellt. Cyborg erhält eine komplexe Hintergrundgeschichte: Er ist das Herzstück der Handlung, da seine Verbindung zur Technologie und zu den Mother Boxes ihn zur Schlüsselfigur macht. Seine Konflikte mit seiner eigenen Identität und der Beziehung zu seinem verstorbenen Vater Silas Stone verleihen der Figur Tiefe, die in der 2017er Version weitgehend fehlte.
Der Kampf gegen Steppenwolf
Steppenwolf selbst ist in der Snyder-Version nicht nur optisch völlig neu gestaltet, sondern auch in seiner Motivation klarer definiert. Er kämpft nicht aus eigenem Ehrgeiz, sondern um seine Schuld gegenüber Darkseid zu tilgen und sich wieder in dessen Gunst zu bringen. Dies verleiht der Figur mehr Dimension, als es in der Kinofassung der Fall war.
Die Justice League tritt in mehreren Kämpfen gegen Steppenwolf und seine Parademons an. Jeder der Helden bekommt dabei Gelegenheit, seine Fähigkeiten zu zeigen und eine eigene Rolle in der Teamdynamik zu entwickeln.
Die Rückkehr Supermans
Ein entscheidender Handlungsstrang ist die Wiederbelebung Supermans. Mithilfe einer Mother Box und des Kryptonischen Raumschiffs gelingt es der Liga, Clark Kent zurück ins Leben zu holen. Doch zunächst reagiert er verwirrt und feindselig, bevor er sich wieder an seine Menschlichkeit und seine Liebe zu Lois Lane erinnert. Erst dadurch schließt er sich endgültig dem Kampf gegen Steppenwolf an.
Die Snyder-Version zeigt diese Wiederbelebung intensiver, mit größerem Fokus auf die Risiken und moralischen Fragen, die damit verbunden sind.
Finale Konfrontation
Im finalen Kampf treten die Helden gemeinsam gegen Steppenwolf an, wobei insbesondere Flash und Cyborg eine entscheidende Rolle spielen. Flash nutzt seine Kräfte, um durch Zeitreisen die Zerstörung der Erde zu verhindern, nachdem die Helden zunächst scheitern. Dieser Aspekt fehlt gänzlich in der Kinofassung und verleiht der Snyder-Version einen epischen, fast mythischen Charakter.
Am Ende wird Steppenwolf besiegt, seine Niederlage jedoch nicht als endgültiger Triumph inszeniert: Darkseid beobachtet aus der Ferne und schwört, die Erde persönlich anzugreifen. Dies öffnet die Tür für mögliche Fortsetzungen, die allerdings bislang nicht realisiert wurden.
Epilog und alternative Zukunft
Die Snyder-Version endet mit einem Epilog, der alternative Zukunftsszenarien zeigt: Eine dystopische Welt, in der Darkseid die Erde unterworfen hat, Superman unter seiner Kontrolle steht und Batman gemeinsam mit wenigen Verbündeten im Widerstand kämpft. Auch Jared Letos Joker tritt in dieser Vision auf. Diese Sequenzen, auch „Knightmare“ genannt, deuten eine viel größere Geschichte an, die in der Kinofassung komplett fehlte.
Fazit – Unterschiede zur Kinofassung
Während die 2017 erschienene „Justice League“ unter Joss Whedons Regie stark gekürzt, tonlich aufgelockert und in Teilen humorvoller gestaltet war, ist Zack Snyders Version ein eigenständiger Film: düster, episch und mit klarer Charakterentwicklung. Figuren wie Cyborg und Flash bekommen endlich das Gewicht, das ihnen zusteht. Der Antagonist Steppenwolf ist nachvollziehbarer, und Darkseid als übergeordnete Bedrohung erweitert das Universum enorm.
Mit über vier Stunden Spielzeit ist „Zack Snyder’s Justice League“ nicht nur länger, sondern auch inhaltlich wesentlich reichhaltiger und konsequenter erzählt. Er gilt daher nicht einfach als „Directors Cut“, sondern als eine grundlegende Neubewertung des gesamten Projekts – eine Vision, die der ursprünglichen Idee näherkommt und von Fans weltweit gefeiert wurde.